GZ-Bericht vom 13.01.2020

Oker steht hinter seiner Gesamtschule

Von Frank Heine

Jahresantrunk; Sympathie-Bekundungen und viel Applaus - Joker gehen an Uschi Miller und Karl-Heinz Knoke

Oker. Auf eines ist in Oker immer Verlass: Wenn die Ehrenamtlichen im Stadtteil aufs neue Jahr anstoßen, ist kein Platz für Wischiwaschi. Serviert werden jede Menge Klartext und die neuen Oker-Joker. Am Samstag spielte die Adolf-Grimme-Gesamtschule (AGG) eine weitere Hauptrolle, als am Nachmittag rund 150 Vertreter aus Vereinen und Gruppen in der Begegnungsstätte für zweieinhalb kurzweilige Stunden zusammentrafen.

Im Eingangsbereich präsentierte ein AGG-Quartett zusammen mit Lehrerin Sabine Rehse mahnende Kunst aus Müll, den die Schüler im Stadtteil gesammelt hatten. Rainer Buhl und seine 20 Schüler der Musikklasse 8c rissen mit ihren drei Stücken von Rihanna, Mozart und John Miles die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Und eine strahlende Direktorin Isabell Lenius durfte sich über 606,50 Euro freuen, die bei einer Sammlung im Korb gelandet waren - was will man mehr?

Klar: dauerhafte Anerkennung. Um diese kämpft die AGG bekanntlich Jahr für Jahr bei den Anmeldezahlen für die Fünftklässler. Ich bin traurig, dass die integrierte Gesamtschule als Schulform nicht so angenommen wird, wie sie es verdient, erklärte Organisator Jens Kloppenburg für die veranstaltende Kirchengemeinde. Er pries die Kreativität als eine besondere AGG-Ressource. In seinem ebenso geliebten wie gefürchteten Jahresrückblick legte Vorsitzender Norbert Bengsch wie gewohnt mit Schmackes nach.

Seid ihr denn bekloppt?, habe er sich gefragt, als die Schulentwickler des Landkreises in AGG-Fragen Zickzack-Kurs fuhren. Bei der good old party SPD habe die eine Hand mal wieder nicht gewusst, was die andere wolle - und ein einsamer Landtagsabgeordneter schießt ohne Absprache quer. Inzwischen sei dies aber bei den Genossen geklärt, bezog sich Bengsch auf wohlinformierte Kreise.

Die alte Schulleitung sei zwar, wie die Okeraner lange gewusst hätten , auch nicht das Gelbe vom Ei gewesen. Es galten freilich auch schon mal andere Sprachformeln im Stadtteil. Jetzt heiße es aber für die Schulbehörden: Kriegt endlich den Hintern hoch und verbessert die Verkehrsanbindungen, forderte Bengsch unmissverständlich aus einem Erfahrungsschatz, der sich aus 40 Lehrerjahren speist, davon mehr als drei Jahrzehnte in Leitungsfunktionen. Die besten Bildungssysteme sind integrativ, erklärte er kategorisch und ließ keine Zweifel zu.

Stinkefinger gezeigt

Bengsch kann aber nicht nur Schulschimpfe. Auch auf anderem Terrain verteilte er ungeschminkte Kritik. Beispiele gefällig? Am Bahnhof wirke das Netzwerk Oker zwar tagtäglich segensreich bei der Müllentsorgung. Aber die Überreste von Wildpinklern und Eckenscheißern mag auch dort nun wirklich niemand wegräumen müssen. Und wenn Vollidioten im Fahrstuhl ein Lagerfeuer anzünden, gehe der eben kaputt. Und seinen Stinkefinger zeige er all jenen, die (politische) Amtsträger unsachlich kritisieren oder gar bedrohen.

Ein dickes Bengsch-Lob erhielten dagegen unter anderem Naturschutzverbände, engagierte Bürger und die GZ, die im Streit um erhöhte Dioxin-Werte nicht locker gelassen hätten. Die Zeitung hoffentlich nicht nur deshalb, weil ihr Video-Mann Sebastian Sowa später einen abwechslungsreichen Rückblick in bewegten Bildern präsentierte.

Und die beiden Oker-Joker? Das Duo Kloppenburg und Rüdiger Wohltmann kürte für 2020 mit Uschi Miller Gesicht und Seele der katholischen Kirchengemeinde sowie mit Karl-Heinz-Knoke ein wandelndes Oker-Lexikon mit Riesengedächtnis. Zudem ist der 87-Jährige der Saubermann vom Adenberg. Aber im Ernst: Wer müsste die beiden den Okeranern wirklich noch vorstellen?...

Zwei Videos - das Oker-Jahr 2019 in bewegten GZ-Bildern und Szenen vom Jahresantrunk - sowie viele Fotos sind im Internet zu finden.

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