Mitgliederversammlamg

GZ vom 19.11.2019

Wohltmann hofft auf einen aktiveren Vorstand
Stadtteilverein Oker setzt Neuwahlen an: Der alte und neue Vorsitzende fordert Engagement ein – GZ-Chefredakteur spricht über Pressearbeit

Von Sabine Kempfer

Oker. Dass man unterschiedlicher Auffassung sein und trotzdem an einem Strang ziehen kann, demonstrierte eine Mitgliederversammlung des Stadtteilvereins in der Begegnungsstätte Oker eindrucksvoll. Der Vorstand wurde neu gewählt, alter und neuer Vorsitzender ist Rüdiger Wohltmann, der seit Freitag zum Teil andere Mitstreiter hat.

24 von 81 stimmberechtigten Mitgliedern waren erschienen, um einen neuen Vorstand zu wählen, nachdem der alte geschlossen zurückgetreten war. Grund dafür ist eine erforderliche Neujustierung des Vereins, der die Begegnungsstätte betreibt, darüber hinaus aber viele weitere Ziele hat. Mit welcher Intensität diese verfolgt werden sollen, darüber war es in der Vergangenheit zu Differenzen gekommen.

Eine Kurskorrektur

Die Enttäuschung des Vorsitzenden über die Arbeit des Vorstands hatte schließlich zu diesem drastischen Schritt geführt. Er habe mehr Einsatz erwartet, sagte Wohltmann. Einige Satzungsziele und Vereinszwecke seien nicht erfüllt worden; zum Beispiel „die gemeinnützigen Vereine und Organisationen in Oker als Dachorganisation zu unterstützen“. Die Organisation von Terminen wie dem Stadtteilfest oder dem Weihnachtsmarkt „ist mir zu wenig“, sagte Wohltmann.

Wohltmann will mehr, aber er will auch mehr Schultern, auf die die Lasten verteilt werden können. Als Beispiel fügte er an, er habe sich im Vorfeld des Stadtteilfestes mit einem 27 Seiten langen Auflagen-Schreiben der Stadt alleine gelassen gefühlt: „Das kann ich nicht mehr leisten.“ Von einem neuen Vorstand erhofft er sich aktivere Mitglieder, die sich stärker einbringen wollen.

Jens Kloppenburg, zuvor Kassenwart, zieht da aus zeitlichen Gründen nicht mit. „Mehr geht nicht“, sagt er und war damit Vertreter der zweiten Strömung innerhalb des Vereins, der es genügt hätte, das erreichte Niveau der letzten anderthalb Jahre zu halten. Einig war sich die Versammlung darüber, dass der Verein weitermachen muss, denn nur so bleibe den Okeranern ihre Begegnungsstätte erhalten. „Das ist ganz wichtig!“, sagte Erol Gültepe und benannte damit wohl den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Der Vorstand gehe nicht in Feindschaft auseinander, betonte Wohltmann, aber es gebe halt zwei unterschiedliche Konzepte. Die Suche nach einem 1. Vorsitzenden für das Konzept „light“ gestaltete sich schwierig. Einige lehnten ab, der von Kloppenburg vorgeschlagene Tierschutzvereinsvorsitzende Ralf Domroes kam aufgrund von Abwesenheit nicht zum Zuge, zumal er die Fehlinformation, er sei gar nicht Mitglied des Stadtteilvereins, nicht dementieren konnte – über den Tierschutzverein ist er es doch.

So oder so gab es zu Wohltmann keinen Gegenkandidaten, auf den bei der Abstimmung dann 17 Ja- und 7 Nein-Stimmen entfielen. Stellvertreter bleibt Jörg Scheller, der mit 22 Ja-Stimmen, einem Nein und einer Enthaltung wiedergewählt wurde. So neu ist der neue Vorstand also gar nicht, neu ist allerdings Cornelia Hampe als Kassenwartin, die mit 22 Ja- und zwei Nein-Stimmen gewählt wurde: „Ich möchte, dass das weiterläuft.“ Für die Position des Schriftführers fand sich an dem Abend kein Kandidat, er soll nachgewählt werden.

Die Anzahl der Beisitzer sollte von sechs auf vier Posten verkleinert werden; drei Vorgeschlagene wurden gewählt: Robin Scheller, Sabine Köroglu und Patric Attwood, der neu im Team ist. Ein Beisitzerposten blieb vakant, auf die nicht anwesende Kandidatin Elke Pulmann waren nicht genügend Stimmen entfallen.

Der neue, alte Vorsitzende dankte für die Bereitschaft, sich einzubringen; die nächste Vorstandssitzung soll klären, wie es weitergehen kann. Abschließend betonte Wohltmann, dass die Differenzen im alten Vorstand auf der rein sachlichen Ebene gelegen hätten. „Es ist wichtig, dass man sich nach wie vor in die Augen gucken kann.“ Der Rest war „Business as usual“, Wohltmann gab den 11. Januar als Termin für den Jahresantrunk bekannt und bat um Vorschläge für die Oker-Joker der nächsten Jahre.

Auf die GZ zugehen

Zu Beginn der Veranstaltung hatte GZ-Chefredakteur Jörg Kleine auf Einladung des Stadtteilvereins einen Einblick in die Aufstellung des Zeitungsverlags Karl Krause gegeben und die unterschiedlichen analogen und digitalen Produkte des GZ-Medienhauses vorgestellt. Er machte den Vertretern der Vereine in Oker Mut, sich mit ihrem Anliegen an die GZ zu wenden, den Kontakt zu halten und sich inhaltlich auf Wichtiges und Neues zu konzentrieren: „Fragen Sie sich selber: Was würden Sie gern lesen?“

GZ-Bericht

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